Wählerische Esser: ruhige Mahlzeiten mit Kleinkindern

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Wählerische Esser: ruhige Mahlzeiten mit Kleinkindern

Wählerisch zu essen ist eine normale Phase, kein Versagen

Wenn die Mahlzeiten mit deinem Kleinkind zum täglichen Kräftemessen geworden sind, bist du in bester Gesellschaft. Wählerisches Essen ist eine äußerst häufige – und meist völlig normale – Phase der frühen Kindheit. Um das Kleinkindalter werden viele Kinder neuen Lebensmitteln gegenüber misstrauisch, eine Neigung, die man Nahrungs-Neophobie nennt und die neugierige kleine Menschen früher fast sicher geschützt hat. Es kann anstrengend sein, ist aber selten ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, und bei den meisten Kindern vergeht es mit Zeit und Geduld.

Am hilfreichsten ist der Blick aufs Ganze. Ein verweigertes Abendessen zählt wenig; was zählt, ist die Beziehung zum Essen, die du über Monate und Jahre aufbaust.

Die Mahlzeiten-Kämpfe entschärfen

Was wählerischen Essern hilft

  • Kleine Portionen anbieten, darunter etwas, das dein Kind mag
  • Neues immer wieder ohne Druck anbieten – es braucht oft viele Versuche
  • Gemeinsam essen, wenn es geht; Kinder lernen, indem sie dich genießen sehen
  • Kleckern und Erkunden zulassen – Anfassen gehört zum Essenlernen
  • Mahlzeiten ruhig, kurz und bildschirmfrei halten

Die Aufgabenteilung

Ein einfaches, gut belegtes Prinzip hilft enorm: Du entscheidest, welches Essen wann angeboten wird; dein Kind entscheidet, ob und wie viel es isst. Drängen, Bestechen oder Zwingen geht meist nach hinten los und erhöht Widerstand und Stress. Dem Appetit deines Kindes zu vertrauen nimmt allen den Druck – und Angebote wie kindergesundheit-info.de der BZgA geben beruhigende, praktische Orientierung.

Eine gesunde Beziehung zum Essen aufbauen

  1. Bei Verweigerung neutral bleiben – Nichtgegessenes ruhig und kommentarlos abräumen.
  2. Essen nicht als Belohnung oder Strafe – „Kein Nachtisch, außer…" macht Süßes wertvoller und Gemüse unbeliebter.
  3. Weiter anbieten, ohne Druck – wiederholtes, entspanntes Kennenlernen lässt Vorlieben wachsen.
  4. Ins Essen einbeziehen – Einkaufen, Gemüse waschen und Rühren wecken Interesse.
  5. Vorleben, was du sehen möchtest – dein Genuss vielfältiger Speisen ist die beste Werbung.

„Kinder stört nicht, was sie essen, sondern wie wir darüber fühlen." – Unbekannt

Dem größeren Bild vertrauen

Wenn dein Kind noch eine Mahlzeit ablehnt, sorgt man sich natürlich, es bekomme nicht genug zum Wachsen. Doch es hilft, den Blick zu weiten: Kleine Kinder regulieren ihre Aufnahme über die Zeit erstaunlich gut, auch wenn ein einzelner Tag beunruhigend aussieht. Der Appetit von Kleinkindern verlangsamt sich auch natürlich, wenn das Wachstum nach dem rasanten ersten Jahr nachlässt. Auf eine ganze Woche zu schauen statt auf eine Mahlzeit ist weit beruhigender und genauer.

Die Portionen sind auch kleiner, als wir erwarten. Eine nützliche Faustregel: Die Portion eines Kleinkindes je Lebensmittel ist etwa so groß wie seine eigene Handfläche oder Faust – viel weniger, als ein Erwachsenenauge annimmt. Ein Kind, das ein paar Bissen isst und aufhört, ist vielleicht schlicht satt. Es zu „ein paar Löffeln zur Sicherheit" zu drängen, lehrt, die eigenen Hungersignale zu ignorieren.

Vor allem: Halte die emotionale Temperatur niedrig. Mahlzeiten, die zum Schlachtfeld werden, machen wählerisches Essen schlimmer, weil Stress und Essen sich verknüpfen. Ein ruhiger, geselliger Tisch, an dem dein Kind essen darf oder nicht, ist das Wirksamste, was du bieten kannst.

Wann du Rat suchst

Die meisten wählerischen Esser brauchen Geduld, kein Eingreifen. Sprich mit deinem Kinder- und Jugendarzt, wenn dein Kind abnimmt oder nicht gut wächst, oft würgt oder sich verschluckt, nur ein extrem schmales Spektrum isst und stark unter dem Essen leidet, oder wenn du dir um die Ernährung Sorgen machst. Es gibt Hilfe, und früher Rat entlastet die ganze Familie.

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