Freunde finden: deinem Kind helfen, anzuknüpfen
3 Min. Lesezeit
Freundschaft ist eine Fähigkeit, die man lernen kann
Wenig erwärmt das Elternherz so wie der Anblick des eigenen Kindes, das fröhlich mit einem Freund spielt – und wenig schmerzt so wie zuzusehen, wie es allein am Rand des Spielplatzes steht. Es hilft zu wissen: Freundschaft ist kein festes Talent, das manche Kinder haben und andere nicht. Sie ist ein Bündel Fähigkeiten – Teilen, Abwechseln, andere lesen, sich nach einem Streit wieder vertragen –, das jedes Kind mit Zeit, Übung und etwas sanfter Begleitung lernen und verbessern kann.
Kinder unterscheiden sich auch enorm in ihrem sozialen Stil, und das ist völlig normal. Manche sind gesellig und sammeln überall Spielkameraden; andere tauen langsam auf und mögen eine enge Freundschaft lieber als eine große Gruppe. Keines ist besser. Das Ziel ist nicht, ein stilles Kind in einen Partymenschen zu verwandeln, sondern jedem Kind zu helfen, die Verbindungen zu knüpfen, die zu ihm passen.
Die Bausteine der Freundschaft
Was kleine Kinder lernen
- Teilen und Abwechseln, das Fundament des frühen Spiels
- Gesichter und Gefühle lesen und merken, wenn ein Freund traurig ist
- Mitmachen – die überraschend knifflige Kunst, in ein Spiel einzusteigen
- Mit Streit umgehen und sich danach wieder vertragen
- Selbst ein guter Freund sein: Freundlichkeit, Treue und Spaß
Spiel ist der Übungsplatz
Für kleine Kinder wird Freundschaft im Spiel gelernt, nicht durch Vorträge. Viele Gelegenheiten, mit anderen zu spielen – Spielverabredungen, der Park, Vereine –, geben Kindern die Wiederholungen, die sie zum Üben in Echtzeit brauchen. Etwas sanftes Coachen von der Seitenlinie („Es sieht aus, als wäre jetzt Sam dran") lehrt weit mehr als ein ernstes Gespräch.
Deinem Kind helfen, Freunde zu finden
- Gelegenheiten schaffen – regelmäßige Verabredungen zu zweit wirken oft besser als große, überfordernde Gruppen.
- Die Fähigkeiten sanft coachen – Teilen, Abwechseln und Mitmachen im Alltagsspiel üben.
- Nicht überlenken – kleine Streitereien dort, wo es sicher ist, selbst lösen lassen.
- Das Selbstvertrauen stärken – ein Kind, dem es mit sich gut geht, knüpft leichter an.
- Den sozialen Stil achten – ein scheues Kind mit einer guten Freundschaft kann rundum glücklich sein; folge ihm.
„Ein Freund ist eines der schönsten Dinge, die man haben, und eines der besten, die man sein kann." – Douglas Pagels
Wenn Freundschaften schiefgehen
Neben den Freuden bringen Kinderfreundschaften ihre Holprigkeiten – Streit, Ausschluss, der schmerzhafte Tag, an dem die beste Freundin plötzlich jemand anderen lieber mag. Diese Momente können ein Kind wirklich aufwühlen, und es kann als Elternteil genauso schwer sein zuzusehen. Der Drang einzuschreiten und es zu richten oder zum Elternteil des anderen Kindes zu marschieren ist verständlich, doch meist dient es deinem Kind besser, sein Coach und Tröster zu sein als sein Retter.
Kommt dein Kind verletzt heim, ist der mächtigste erste Schritt schlicht zuzuhören und das Gefühl anzuerkennen: „Das klingt wirklich schwer. Es tut mir leid, dass das passiert ist." Dem Drang zu widerstehen, es sofort zu lösen oder mit „Morgen seid ihr wieder Freunde" abzutun, lässt dein Kind sich gehört fühlen und hilft, den Kummer zu verarbeiten. Fühlt es sich verstanden, kannst du sanft mitüberlegen helfen, was es tun könnte – doch das Ziel ist, seine eigenen Problemlöse-Muskeln zu bauen, nicht es für es zu tun.
Es hilft auch, das Verhältnis zu wahren und dein Kind zu beruhigen, dass Freundschafts-Wackler völlig normal sind. Die meisten Kinderstreits legen sich schnell, und zu lernen, sie zu überstehen – zu verzeihen, zu reparieren oder manchmal weiterzuziehen –, ist eine der wertvollsten sozialen Lektionen. Deine ruhige Unterstützung durch die kleinen Dramen jetzt lehrt dein Kind, dass es auch die größeren später bewältigen kann.
Wann du extra Unterstützung gibst
Einsame Phasen sind normal, besonders nach einem Umzug oder Schulwechsel. Doch wenn dein Kind anhaltend Mühe hat, Freunde zu finden oder zu halten, regelmäßig ausgeschlossen oder unglücklich wirkt oder soziale Situationen sehr schwer liest, hilft ein Gespräch mit der Lehrkraft. Manchmal braucht ein Kind nur etwas extra Unterstützung, um sozial Fuß zu fassen – und es früh zu bemerken bedeutet, dass es die nötige Hilfe bekommt.
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