Erbstücke: Teilen zwischen Geschwistern
3 Min. Lesezeit
Eine Familie, viele Größen
Kinder wachsen in atemberaubendem Tempo – ein Mantel, der im Oktober perfekt passt, kann im Frühling aus allen Nähten platzen. Für Familien mit mehr als einem Kind ist dieses ständige Herauswachsen Herausforderung und Chance zugleich. Kleidung, Spielzeug und Ausstattung von einem Kind zum nächsten weiterzugeben, ist eine der ältesten, vernünftigsten Familientraditionen: Es spart Geld, vermeidet Abfall und lehrt Kinder, dass gute Dinge da sind, um genutzt, geteilt und weitergegeben zu werden, statt jedes Mal neu gekauft zu werden.
Mit etwas Sorgfalt geht es bei Weitergegebenem nicht darum, ein jüngeres Kind „zweite Wahl" fühlen zu lassen. Gut gemacht, werden Erbstücke zu einem warmen Faden, der Geschwister verbindet und echt nachhaltige Gewohnheiten aufbaut.
Weitergeben, das funktioniert
Fair und fröhlich halten
- Das jüngere Kind soll sich als Besitzer fühlen – was ihm gehört, gehört wirklich ihm
- Erbstücke mit dem ein oder anderen neuen oder selbst gewählten Stück mischen, damit nichts nach „nur Resten" wirkt
- Herausgewachsenes gut lagern – sauber, nach Größe sortiert, trocken
- Ältere Kinder ins Weitergeben einbeziehen – das baut Stolz und Großzügigkeit auf
- Abgenutztes oder Unsicheres aussortieren, statt Probleme weiterzureichen
Sicherheit zuerst bei Weitergegebenem
Das meiste lässt sich wunderbar weitergeben, doch einiges verdient einen prüfenden Blick. Vor allem Autositze und Kinderbetten sollten aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und frei von Schäden oder Rückrufen sein. Im Zweifel lohnt sich bei sicherheitsrelevanter Ausstattung immer eine Prüfung vor der Wiederverwendung.
Eine Kultur der Wiederverwendung aufbauen
- Über das Warum sprechen – erklären, dass Wiederverwenden gut für den Planeten und den Geldbeutel ist.
- Das Weitergeben zu einem Moment machen – „Du bist so groß geworden, jetzt ist das für deinen Bruder bereit."
- Das Beste behalten, den Rest teilen – auch außerhalb der Familie weitergeben, wenn eine Größe endgültig zu klein ist.
- Einmal in Qualität investieren – gut Gemachtes übersteht mehrere Kinder und hält seinen Wert.
- Leihen, was du kaum nutzt – kurze Phasen rechtfertigen nicht immer einen Kauf.
„Die größte Bedrohung für unseren Planeten ist der Glaube, jemand anderes werde ihn retten." – Robert Swan
Welche Werte Erbstücke leise vermitteln
Über die offensichtlichen Ersparnisse hinaus lehrt das Weitergeben Kinder leise, aber kraftvoll eine Reihe von Werten. In einer Welt, die ständig zum Neukauf drängt, sendet eine Familienkultur der Wiederverwendung eine andere Botschaft: dass Dinge einen Wert über ihre Neuheit hinaus haben, dass das Pflegen zählt und dass das, womit einer fertig ist, für jemand anderen ein Schatz sein kann. Das sind Lektionen über Dankbarkeit, Verantwortung und Genügsamkeit – immer seltener und immer wichtiger.
Kinder übernehmen diese Haltungen am ehesten, wenn sie Teil des Vorgangs sind statt passive Empfänger. Beziehe sie ins Sortieren herausgewachsener Kleidung und Spielzeuge ein, ins Entscheiden, was behalten, weitergegeben oder gespendet wird. Ein Kind, das sein geliebtes, aber zu klein gewordenes Fahrrad selbst einem jüngeren Cousin überreicht hat, erlebt die echte Freude des Schenkens.
Das ist auch eine wunderbare, konkrete Art, Nachhaltigkeit für Kinder greifbar zu machen. Abstrakte Rede über den Planeten bleibt fern, doch das einfache, sichtbare Wiederverwenden und Teilen macht aus Umweltwerten Alltagsgewohnheiten, die sie ins Erwachsenenleben mitnehmen.
Teilen über die eigene Familie hinaus
Manche der teuersten Dinge – eine Kleidungsphase, ein Stück Babyausstattung, ein in einer Saison herausgewachsenes Fahrrad – werden so kurz genutzt, dass ein Neukauf wenig Sinn ergibt. Genau hier hilft eine Gemeinschaft wie Loopelo: Leih, was deine Familie für eine kurze Phase braucht, und gib weiter, was deine Kinder herausgewachsen sind, an eine andere Familie, die es als Nächstes braucht. Das sind Erbstücke, erweitert auf deine ganze Gemeinschaft.
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